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Leserbrief zum Artikel: „Öffentliches Harakiri“ - Die Landsmannschaft Schlesien trennt sich von ihrem eigenen Jugendverband

(vgl. Schlesier vom 29.04.2011, S. 16)

„Wenn ich mir vorstelle, dass es Ereignisse geben sollte, die mich veranlassen könnten, das Tischtuch zwischen mir und meinen Kindern zu zerschneiden, so will ich zwar nicht behaupten, dass das völlig unmöglich sei, aber ich will doch sehr deutlich zum Ausdruck bringen, dass da vorher eine ganze Menge passiert sein müsste, was diesen Schritt unausweichlich macht. Im aktuellen Falle der Landsmannschaft Schlesien habe ich erhebliche Zweifel daran, ob solche gravierenden Dinge tatsächlich abgelaufen sind.

Meinen Kontakten zur Schlesischen Jugend Thüringen kann ich nichts entnehmen, was einen solchen Schritt rechtfertigen könnte.

Bevor es zur Trennung einer Landsmannschaft mit ihrem Jugendverband kommt, halte ich zumindest folgende Gegebenheiten für zwingend notwendig:

1. Es müsste zweifelsfrei feststehen, dass der Jugendverband nachhaltig und ausdauernd radikale Positionen in einer Weise vertreten hat, dass sie mit dem Grundgesetz nicht in Übereinklang zu bringen sind. Dabei genügt es nicht, dass einzelne Vertreter dieses Jugendverbandes solche Positionen vertreten haben. (Wäre es so, könnte man ja diese einzelnen Mitglieder - vorausgesetzt sie sind unbelehrbar - aus dem Jugendverband ausschließen). Es müsste vielmehr nachweisbar so sein, dass der Vorstand des Jugendverbandes solche Positionen nicht etwa irrtümlich, sondern dauerhaft und nachhaltig eingenommen hat.

2. Wenn diese Feststellung nach Ziffer 1 tatsächlich getroffen werden müsste, müsste zunächst das Gespräch zwischen Landsmannschaft und Jugendverband einsetzen. Der Jugendverband müsste durch „die Alten“ auf die Folgen einer solchen grundgesetzwidrigen Positionierung aufmerksam gemacht werden. Auf die Folgen, die sich im Kontakt mit der Öffentlichkeit ergeben könnten oder bereits ergeben haben, aber auch auf die Folgen, die sich z.B. bezüglich der Gewährung öffentlicher Mittel ergeben könnten.

3. Im Zusammenhang mit Ziffer 2 und zeitlich danach müsste dem Jugendverband eine Frist gesetzt werden, innerhalb derer eine Umkehr erfolgen muss und dieser Frist müsste auch so bemessen sein, dass die verlangte Umkehr in der Realität auch möglich ist.

4. Erst danach – wenn der Vorstand der Jugendorganisation dauerhaft auf grundgesetzwidrigen Positionen beharrt und wenn alle anderen Schritte zu seiner Bekehrung erfolglos geblieben sind bzw. offensichtlich zwecklos sind - erst dann könnte ich mir eine Trennung der Landsmannschaft von der Jugendorganisation als richtig und notwendig vorstellen.

Irgendwelche Auskünfte durch den Verfassungsschutz sind ohne nennenswerte Bedeutung. Der Verfassungsschutz ist eine Organisation, die Aufträge der Regierung durchführt, aber sie ist kein Gericht. Vor einem Gericht werden Vorwürfe erhoben und der Beschuldigte hat die Möglichkeit, sich zu verteidigen. Erst nach einer (letztinstanzlichen) Gerichtsentscheidung steht ein Sachverhalt einwandfrei fest, der Grundlage zu einer Trennung sein könnte.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass bezüglich der Schlesischen Jugend ein Schnellschuss abgefeuert worden ist, den besser hätte bedacht werden müssen. War es nicht auch der von der Landsmannschaft geholte Verfassungsschutz, der den Stand der Wochenzeitung „Der Schlesier“ auf dem Deutschlandtreffen der Schlesier am 01.07.2007 in Hannover durchsucht und damit Herrn Ilgner veranlasst hatte, das Jahrestreffen künftig zu meiden?

Der Bundesdelegiertenversammlung, die ja – so der Pressebericht – über den Ausschluss der Schlesischen Jugend zu entscheiden hat, kann nur empfohlen werden, die Kirche im Dorf zu lassen und froh und glücklich darüber zu sein, dass sie eine Jugendorganisation hat, die das Vertreibungsunrecht erkennt und auch in der Zukunft den Gedanken daran wach hält.

Karin Zimmermann

Aktualisiert (Mittwoch, den 04. Mai 2011 um 13:45 Uhr)