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Offener Brief von Dr. Paul Latussek an Rudi Pawelka

Landsmannschaft Schlesien e. V. Bundesvorsitzender
Dollendorfer Str.412
53639 Königswinter

Offener Brief

29. April. 2011

Sehr geehrter Herr Pawelka,

meine Zusammenarbeit mit der Schlesischen Jugend, die ich im Auftrage des Bundesvorstandes unserer Landsmannschaft gestaltet habe, hat keinerlei Anzeichen extremistischen Verhaltens erkennen lassen. Im Gegenteil, es ist gelungen die vorhandenen Probleme im organisatorischen Bereich zu ordnen und die Jugendarbeit wieder satzungsgemäß zu gestalten. Die von der Schlesischen Jugend durchgeführten Veranstaltungen hatten stets einen kulturellen Hintergrund. Die Fahrten in die Heimat dienten dem Kontakt mit den Landsleuten und dem Kennenlernen der Heimat ihrer Vorfahren. Die Schlesische Jugend ist wegen ihres sehr positiven Verhaltens ein gern gesehener Gast in ihrem Versammlungsort - der Jugendherberge von Floh-Seligenthal - gewesen. Natürlich war sie ein Dorn in den Augen der Linken, insbesondere der Landtagsabgeordneten Frau Renner.


Die Arbeit der Schlesischen Jugend, als Jugendverband unserer Landsmannschaft, war, soweit ich sie verfolgen konnte, stets grundgesetz- und satzungskonform. Jede andere Behauptung entspricht nicht der Wahrheit und stellt eine boshafte Unterstellung dar.

Inwieweit einzelne Mitglieder mit Ihrer Tätigkeit auch andere Ziele verfolgten, ist mir nicht bekannt. Sollten Sie dazu fundierte Unterlagen besitzen, so wäre ich Ihnen sehr dankbar wenn sie mir diese schicken würden. Medienberichte sind als Grundlage für eine sachliche Bewertung eines Vorganges nicht ausreichend, da aus Erfahrung der Wahrheitsgehalt solcher Informationen einer Überprüfung bedarf.

Selbst wenn ich davon ausgehen würde, dass einzelne Mitglieder des Jugendverbandes nicht genehme Aktivitäten entwickelt haben, ist eine Suspendierung des gesamten Jugendverbandes eine unangemessene Maßnahme, die auch alle Jugendlichen betrifft, die sich in angemessener Weise für die Heimat Ihrer Eltern und Großeltern, für deren Kultur und Brauchtum interessiert haben.
Die Trennung von der Jugendorganisation gefährdet die Zukunft der Landsmannschaft Schlesien. Können Sie dies verantworten?

Die Klärung irgendwelcher Vorwürfe gegenüber dem Jugendverband ist nach meinem Demokratieverständnis zuerst einmal und auch vorrangig eine Sache des Jugendverbandes selber. Ihm bei diesem Prozess durch die Bundeslandsmannschaft von vornherein in den Rücken zu fallen, halte ich für falsch und eines Opferverbandes unwürdig. So werden neue Opfer geschaffen.

Die Entscheidung des geschäftsführenden Vorstandes ist ohne Rückfrage bei der Landesgruppe Thüringen erfolgt. Ich erkenne darin ein fehlendes Grundverständnis zur Einhaltung demokratischer Prinzipien bei der Zusammenarbeit mit den Landesgruppen.

Die Entscheidung des geschäftsführenden Landesvorstandes wird mit dem von Ihnen am Anfang dieses Monats beantragten Unvereinbarkeitsbeschluss, der eine Zusammenarbeit mit extremistischen Organisationen verbietet, begründet. Was oder wer - auf der Grundlage und in Anwendung des Grundgesetzes - als extremistisch zu verstehen ist, ist von Ihnen nicht ausgewiesen wurden. Damit wurden der Willkür Türen und Tore weit geöffnet. Es drängt sich schon die Vermutung auf, dass dieser Unvereinbarkeitsbeschluss sehr zielgerichtet zu diesem Zeitpunkt installiert wurde, um eine offizielle Teilnahme der Schlesischen Jugend am Schlesiertreffen in diesem Jahr auf Anordnung unser „Partnerlandesregierung“ verhindern zu können.

Ich erinnere mich noch sehr genau an ähnlich gelagerte Vorgänge vor dem letzten Schlesiertreffen. Damals wurde die Unterstützung des Schlesiertreffens - mit läppischen 30.000 Euro - an die Bedingung geknüpft, der Heimatzeitung „Der Schlesier“ einen Stand zu verweigern.

Ich habe viele Anrufe und schriftliche Anfragen erhalten.

Die Kernfrage dabei ist: Hat sich nun in diesem Jahr die Landsmannschaft Schlesien in ähnlicher Weise das Bekenntnis zur eigenen Jugendorganisation abkaufen lassen? Diesmal besser vorbereitet und besser verpackt?

Die Schlesische Jugend hat sich langfristig und mit guten Beiträgen auf die Darstellung ihrer Arbeit auf dem Schlesiertreffen vorbereitet. Damit wären automatisch alle böswilligen Unterstellungen widerlegt worden. Diese Möglichkeit soll ihr offensichtlich genommen werden.

Die Schlesische Jugend hat Ihre Projekte eigenverantwortlich durchgeführt und ein erfreuliches Maß an Fähigkeiten zur Entwicklung eigener Initiativen bewiesen. Dafür sollte Ihr die Landsmannschaft dankbar sein.

Die Landesgruppe Thüringen hat satzungsgemäß Herrn Wolf als Vertreter der Schlesischen Jugend in Thüringen, in den Vorstand gewählt. Herr Wolf hat im Rahmen seiner Aufgaben stets eine für die Landsmannschaft nützliche Arbeit geleistet.

Ich erinnere an die Verantwortung für Schlesien und die Zukunft unseres Verbandes.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Latussek

Aktualisiert (Freitag, den 06. Mai 2011 um 03:12 Uhr)