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Trotz Ausschluß: Stand der SJ in Hannover war ein voller Erfolg

Landsmannschaft läßt die Jugend im Regen stehen und lehnt Aussprache ab

7:30 Uhr, Wind, Regen und Totenstille. Als Stand der Schlesischen JugendVertreter der Schlesischen Jugend am 24.06.2011 das Messegelände in Hannover betraten, auf dem ab 8 Uhr das diesjährige Deutschlandtreffen der Schlesier stattfinden sollte, konnte man kaum glauben, daß der vom Treffen ausgeschlossene Jugendverband das einzige ist, was auf das nahende Treffen hindeutet, doch dazu später mehr.

Nachdem sich die Landsmannschaft Schlesien um ihren Vorsitzenden Rudi Pawelka einige Wochen zuvor vom eigenen Nachwuchs „getrennt“ und diesen kurzerhand vom Treffen ausgeladen hat, sollte das diesjährige Deutschlandtreffen scheinbar eine im Grunde überflüssige Veranstaltung mit einem sarkastischen Motto werden. Denn was ist eine Landsmannschaft ohne aktiven Nachwuchs, und was hat das Motto „Für Schlesiens Zukunft“ noch für eine Bedeutung, wenn man sich diese Zukunft aufgrund haltloser und spalterischer Vorwürfe durch den Rauswurf des Nachwuchses verbaut?

Ausquartierte Jugend sucht das Gespräch

Nichtsdestotrotz reiste eine Delegation von 17 Mitgliedern und Unterstützern der Schlesischen Jugend nach Hannover, um - auch bei schlechtem Wetter - ihre Sicht der Dinge darzulegen. So wurde nach der Ausladung kurzerhand bei Polizei und Ordnungsamt ein Stand in der Nähe der Messehalle beantragt, sowie die Genehmigung, unmittelbar vor der Halle Informationsmaterial zu verteilen – eine Reaktion, mit der diejenigen, die auf eine biologische Lösung der Vertriebenenarbeit gesetzt haben, nicht gerechnet haben dürften. Da es nicht unsere Art ist, lautstark das Schlesiertreffen zu stören, um so auf uns aufmerksam zu machen, wurde das persönliche Gespräch mit denjenigen gesucht, die das Herz der Landsmannschaft bilden: Den treuen Landsleuten, die auch im hohen Alter noch zum Deutschlandtreffen reisen.

Landsmannschaft handelt verworren und undurchsichtig

Somit handelte die Jugend ganz im Gegensatz zur Führung der Landsmannschaft, die selbst nach wiederholter Nachfrage keinen Willen zum klärenden Gespräch zeigte und auch die einzelnen Mitglieder schlecht darüber informierte, was man der Jugend - von stumpfen, unbelegten Vorwürfen einmal abgesehen - eigentlich vorwirft. Ebenso ergeht es den meisten Vertriebenen, denn außer dem vagen Totschlagargument, die Jugend sei „rechtsradikal“, wußte kaum jemand Bescheid. Im Laufe zahlreicher Gespräche offenbarten sich erschreckenderweise eine breite Unaufgeklärtheit und ein Wirrwarr verschiedenster Desinformationsversionen und Vermutungen, was genau die Landsmannschaft zum angeblichen Rauswurf der Jugend bewegte. Von den anfänglichen Vorwürfen, in den Reihen der Jugend würden sich „NPD-Funktionäre tummeln“, wie die Landtagsabgeordnete der LINKEN, Martina Renner, ohne jegliche Beweise für diesen Vorwurf schrieb, hörte man kaum noch etwas, da scheinbar auch die Landsmannschaft aus Mangel an Beweisen inzwischen von diesem Vorwurf abgerückt ist. Stattdessen war von angeblichem „Revanchismus“ die Rede, oder angeblich handele es sich mal 6, mal 12 Mitglieder der Schlesischen Jugend, mal die ganze Landesgruppe Thüringen, die Ärger erregt hätten. Fakt ist jedoch: Weder der Schlesischen Jugend liegen konkrete Vorwürfe mit stichhaltigen Beweisen vor, noch sind die Mitglieder der Landsmannschaft über solche informiert worden.

Rauswurf der Jugend rechtswidrig und unwirksam

Auch über die Bundesdelegiertentagung, zu der die Landsmannschaft am Freitag, dem 23.06., von 15:00 bis 15:30 Uhr geladen hatte, drangen keine Ergebnisse an die Schlesische Jugend vor. Angesichts der Tatsache, daß diese Tagung über den Ausschluß der Jugend entscheiden sollte, ein handfester Skandal! Eine noch größere Farce ist es, daß weder die „suspendierte“ Jugend, noch der „ausgeschlossene“ Landesverband Thüringen der Landsmannschaft um Dr. Paul Latussek zur Tagung geladen wurden. Ein deutlicheres Signal, als einfach einen Ausschluß ohne vorherige Anhörung der Beschuldigten durchzuringen, kann man kaum senden, wenn ein solch wichtiges Thema binnen 30 Minuten abgehandelt werden soll. Daß dieses Verhalten obendrein noch grob gegen die eigene Satzung verstößt, spricht Bände. So ist rechtlich jeder Beschluß der Versammlung ungültig, da weder eine satzungsgemäße Anhörung der Jugend stattfand, noch satzungsgemäß eingeladen wurde. Pawelka, der sich so oft verbal für die Geltendmachung der Rechte der Vertriebenen und gegen deren Bevormundung aussprach, muß sich daher den Vorwurf gefallen lassen, daß er nun selber die Methoden der Vertreiberstaaten anwendet.

Besucherunfreundliche Umgebung: Jugend als Wegweiser

Zudem verteilte die Jugend an allen Eingängen der Halle kostenlose Exemplare der aktuellen Ausgabe von „Der Schlesier“, der ebenfalls von der Landsmannschaft vom Treffen ausgeschlossen wurde. Die Zeitung berichtete als einzige ausführlich und unvoreingenommen über die Ränke gegen die Schlesischen Jugend und trug somit maßgeblich dazu bei, daß sich das einzelne Mitglied der Landsmannschaft ein eigenes Bild der Situation machen konnte. Nach den zahlreichen Angriffen auf die Jugend zeigt sich, daß das Recht auf der Seite der Schlesischen Jugend ist, welche besonnen und friedlich ihren Protest allein durch das Verteilen von sachlichen Informationen ausdrücken konnte.

So verteilte der Jugendverband 5.000 Exemplare des „Schlesiers“, sowie mehrere tausend Exemplare eigener Rundschreiben und Informationsbroschüren. Für die vielen alten Schlesier war es sogar ein glücklicher Umstand, daß die Jugend dazu genötigt wurde, vor der Halle zu verteilen, denn das Messegelände und die Vorbereitungen der Veranstalter waren alles andere als gut auf ältere Leute ausgerichtet. Die anwesenden Mitglieder der SJ sorgten nicht nur für das Kundtun der Wahrheit, sondern agierten zugleich als Öffner der Eingangstüren, die außerordentlich schwer aufzuziehen waren. Viele hätten die Türen aus eigener Kraft gerade bei dem starken Wind nicht aufbekommen, schon gar nicht jene Besucher, welche auf Gehhilfen angewiesen waren. Hier zeigte das Personal keinerlei Bemühen, diese technischen Hürden zu überwinden. So wurde das Aufhalten der Türen auch zu einer symbolischen Geste: Während die Landsmannschaft die Tür zur Diskussion fest verschlossen hält und lieber über als mit der Jugend redet, hält die Schlesische Jugend die Tür weiter offen und hofft auf eine Aussprache mit der Landsmannschaft.

Diese besucherunfreundliche Atmosphäre war jedoch nicht nur am Messegelände selbst, sondern in der ganzen Stadt spürbar. Nichts deutete darauf hin, daß das größte Treffen der schlesischen Heimatvertriebenen in Hannover stattfindet. Weder Begrüßungsplakate, noch Hinweisschilder zur besseren Orientierung. Und auch die Parkplätze waren nicht ausgeschildert. Hätte ein Teil der Schlesischen Jugend nicht bereits am Abend zuvor den Standort ausgekundschaftet, wären vielleicht auch sie auf einem der vier Kilometer entfernten Parkplätze gelandet, wie es manchem Besucher erging. Selbst wenn man vor der Halle stand, hätte man ohne die Informationsverteiler der Schlesischen Jugend, welche den zahlreichen Orientierungslosen bereitwillig Auskunft gaben, nicht bemerkt, welcher der richtige Eingang oder gar die richtige Halle ist. Dem Besucher drängte sich daher der Eindruck auf, das Treffen sollte quasi unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfinden, damit die Vertriebenen mit ihrem schweren Schicksal unter sich bleiben.

98 Prozent stehen auf Seite der Jugend: CDU-Riege im Abseits

Doch nicht nur für geleistete Hilfestellungen erhielt die Jugend Dank, sondern darüber hinaus enorm viel Zuspruch für die geleistete Arbeit für Schlesien. Es hat sich gezeigt, daß die vielen Tiefschläge der Landsmannschaft bei der Jugend keine Wirkung gezeigt haben, sondern sie gestärkt aus dieser Affäre hervorgeht. Doch nicht nur an der Jugend selbst, sondern auch bei den einzelnen Mitgliedern der Landsmannschaft zeigt sich, daß sich Wahrheit und Recht nicht nach Belieben verbiegen lassen und man nach wie vor zur Jugend steht. Anhand der zahlreichen Gespräche, die ganz offen geführt worden, wurde deutlich, daß gut 98 Prozent der Mitglieder auf der Seite der Jugend stehen und über die Reaktion der Landsmannschaft entsetzt waren. So geschah es nicht selten, daß empörte altgediente Mitglieder der Landsmannschaft spontan die Initiative ergriffen und Informationsmaterial der Jugend verteilten, gezielt mit anderen Heimatvertriebenen sprachen und zur Aufklärung dieser verworrenen Affäre beitrugen, indem sie laut winkend auf unseren Stand aufmerksam machten.

Angesichts der doch sichtbar leeren Messehallen muß man sich aber fragen, inwiefern die Veranstalter, die eine Besucherzahl von 50.000 nennen, nicht auch hier den Sinn für die Realität oder im Nebel der eigenen Falschmeldungen die klare Sicht verloren haben.

Zwar kann man Pawelka nicht vorwerfen, in seiner Rede keine klaren Worte für das Vertreibungsunrecht gefunden haben, ließ sie doch nichts an Pathos und Kritik aus, doch zeigt sich eine klare Diskrepanz zwischen Worten und Taten des Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft. Während kernige Reden in Messehallen gehalten werden, um die Mitglieder der Landsmannschaft bei Laune zu halten und ihnen die heile Welt mit engagierten Vertriebenenvertretern vorzuspielen, möchte man an anderer Stelle die Jugend lieber abschaffen, statt den Nachwuchs sinnvoll zu fördern und somit eine Vertriebenenarbeit auch über den Tod der Erlebnisgeneration hinaus zu sichern.

Schlesische Jugend sichert auch künftig Vertriebenenarbeit

Zwar wird so getan, als hätte man auch Ohne Jugend keine Zukunft!ohne die Schlesische Jugend Bundesgruppe e.V. eine funktionierende Jugend, doch das Bild im Saal sieht leider anders aus. Die sogenannte „Jugendecke“ war, bis auf die drei Organisatoren, leer und außer vereinzelten Mitgliedern von Tanz und Trachtengruppen, die auch gleich zur Dekoration auf die Rednerbühne gesetzt wurden, war von einer blühenden Jugendbewegung nichts zu erkennen. So sind alle Versuche, eine Jugendarbeit außerhalb der SJ vorzugaukeln, schnell als leere Worthülsen entlarvt, denn die einzig glaubhaften Belege fand man nicht in, sondern vor der Halle. Dort dokumentierte die von der Landsmannschaft nicht gewollte Schlesische Jugend Bundesgruppe e.V. durch persönliche Anwesenheit und hochwertige Druckerzeugnisse mit Fotos und Berichten ihre Kulturarbeit. Durch die Schlesische Jugend scheint auch zukünftig sichergestellt zu sein, daß die wirklichen Interessen der deutschen Heimatvertriebenen angemessen vertreten werden. Dazu kann jeder einzelne von Ihnen seinen Beitrag leisten, indem er seine Jugend und seine Zukunft auch weiterhin in Wort und Tat unterstützt.

 

Aktualisiert (Montag, den 04. Juli 2011 um 10:05 Uhr)